ZZV bei der Techniker??

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ZZV bei der Techniker??

Beitragvon Sackway » 28.09.2011, 12:00

Hallo,

nach einigen Recherchen und Analyse meiner persönlichen Situation möchte ich mir gerne eine Zahnzusatzversicherung anschaffen. Momentan bin ich bei der Techniker Krankenkasse, da kann man natürlich auch eine Zusatzversicherung abschließen, ich wollte mich aber dennoch auch über den Tellerrand hinaus umschauen und bin auf einen Vergleichsrechner für Zahnzusatzversicherungen gestoßen, der vielleicht auch andere interessieren könnte, die ähnliche Probleme bzw. Fragen haben:
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Bei diesem Vergleich schnitt die TK aber nicht mehr ganz so gut ab und deshalb frage ich mich jetzt, ist es vielleicht klug komplett die KK zu wechseln und dann auch dort die Zusatzversicherung mit abzuschließen??
Wie habt ihr das bei euch gemacht, was ist allgemein am klügsten??
Über eine kurze Antwort würde ich mich freuen,
Danke
Die beste Informationsquelle sind Leute, die versprochen haben, nichts weiter zu erzählen.
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Sackway
PKV Neuling
 

Beitragvon Versicherungsexperte » 30.09.2011, 14:33

Hallo und guten Tag,

zunächst einmal, Sie erhalten von mir keine kurze aber eine fundierte Antwort. :)

Die Techniker Krankenkasse ist eine gesetzliche Krankenkasse, eine unter über 100. Ca. 95 % aller Leistungen einer GKV sind gesetzlich festgeschrieben. Darunter zählt auch der Bereich Zahnersatz.

Die gute Nachricht vorweg: Zahnersatz ist weiterhin Kassenleistung. Seit 2005 gilt jedoch ein völlig neues Erstattungssystem: Gesetzliche Krankenkassen zahlen für Zahnersatzmaßnahmen nur noch so genannte „Befundorientierte Festzuschüsse“. Das bedeutet: Jeder erhält bei einem bestimmten Befund den gleichen Zuschuss für die Behandlung.

Ihre Krankenkasse errechnet diesen Festzuschuss auf Grundlage der Regelversorgung. Für jeden zahnärztlichen Befund ist eine bestimmte Regelversorgung festgelegt. Sie besagt, welche Versorgung für einen Befund medizinisch ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich ist. Es wurden rund 50 Befunde mit bestimmten Festzuschüssen festgelegt, für die ein Zahnarzt eine einfache Zahnersatz-Regelversorgung durchführen soll. Eine Backenzahnkrone soll z. B. für 230 Euro gemacht werden.

Der Festzuschuss liegt bei 50 % der Regelleistung. Bei regelmäßiger Vorsorge kann dieser Betrag auf 60 bzw. 65 % angehoben werden. Die Kasse erstattet für 1 Backenzahnkrone 115 Euro (max. 150 Euro). Viele Kassenversicherte glauben daher noch immer, die Eigenanteile betragen 35 – 50 %. Das stimmt aber nur bei einfach(st)en Zahnersatzversorgungen!

Zahnärzte verlangen statt 230 Euro, für eine bessere Backenzahnkrone oft 500, 700, bis 1.000 Euro. Wenn die Kasse 115 bis 150 Euro Festzuschuss zahlt, dann liegen Eigenanteile für Zahnersatz bei 70 bis 85 %.

Neu ist, es gibt den Festzuschuss auch für Implantate, aber dieser deckt nur ca. 20 % der Rechnung ab.

Deshalb ist eigene Vorsorge wichtiger denn je, denn wenn Sie Ihr Lächeln nicht durch Metallkronen trüben lassen wollen, sondern Wert auf schöne Zähne und eine gepflegte Erscheinung legen, müssen Sie sehr tief in die eigene Tasche greifen. Rechnungen bis zu 10.000 Euro und mehr sind heute leider keine Seltenheit mehr!

Daher empfehle ich jedem gesetzlich Versicherten eine Zahnzusatzversicherung, die sowohl für Zahnersatz als auch für Zahnbehandlungen (z. B. Professionelle Zahnreinigung, Fissurenversiegelung, etc.) und Kieferorthopädie leistet, abzuschließen!

Bitte bedenken Sie, eine Zahnzusatzversicherung ist heutzutage für alle gesetzlich Versicherten sehr sinnvoll, erst recht für diejenigen, für die Zahnersatz mittel- bis langfristig absehbar ist. Bei jährlichen Zahnarztbesuchen sind Eigenanteile beim Zahnarzt mittel- bis langfristig quasi vorprogrammiert. Wenn Spitzenangebote dann auch noch 50 oder gar 100 % für „reine Zahnbehandlungen" erstatten, beispielsweise für die (nicht von der Kasse bezahlte) professionelle Zahnreinigung (Prophylaxe),
hat das sogar einen „das-macht-sich-bezahlt-Effekt". Das ist auch der Grund, warum eine leistungsstarke Zahnzusatzversicherung sogar für diejenigen interessant ist, die (noch) relativ gute Zähne haben.

Zahnzusatzversicherungen werden von privaten Krankenversicherungsunternehmen (Allianz, AXA, Barmenia, Central, etc.) angeboten, oftmals in Kooperation mit einer GKV.

Meiden Sie Mogelpackungen: Einige Angebote, sogar von gesetzlichen Kassen, bieten Zahnschutz mit der Aussage an, unser Zusatztarif leistet 30 %, zusammen mit der Kasse bis 90 %! Das ist irreführend. Wenn ein Implantat z. B. 1.800 Euro kostet und der Festzuschuss nur 350 Euro (ca. 20 %) davon deckt, dann kommt man mit 30 % Zusatzleistung bestenfalls auf ca. 50
% der Gesamtkosten (inkl. Kassenleistung!). Achtung: Für Versicherungsfälle vor Vertragsbeginn leistet kein Versicherer, auch dann nicht, wenn auf Wartezeiten verzichtet wird!

Es gibt Höchstaufnahmealter für Zahnzusatzversicherungen: Meist bis 60, wenige nehmen bis 65/70-jährige auf, ganz begrenzen gar nicht.

Vorsicht auch vor den Angeboten, die lediglich den Festzuschuss der GKV verdoppeln. Die Zahnersatz-Leistungen dieser Angebote sind absolut unzureichend. Die Werbung versucht einem zwar zu suggerieren, mit solchen Tarifen käme man generell auf 100 % Kostendeckung für Zahnersatz. Dem ist aber nicht so! Fakt ist und hier liegt auch das Problem: Die GKV leistet nur auf Basis der sog. Regelversorgung!

Beispiel: Ein Zahnarzt soll einen Backenzahn nach Kassenrichtlinien mit einer einfachsten Backenzahnkrone für 230 Euro versorgen. Die GKV erstattet von diesem Betrag 50 bis 65 % (je nach Prophylaxe-Nachweis im Bonusheft), also maximal 150 Euro. ABER: Eine reine Regelversorgung kommt in der Praxis kaum vor – eine halbwegs ordentliche Krone kostet ca. 500 Euro, eine hochwertige Keramikkrone ca. 1.000 Euro, ein Implantat plus Krone sogar ca. 1.800 Euro. Wenn dann die Zusatzversicherung nur den mageren Kassenzuschuss verdoppelt, haben Sie bei einem Implantat z. B. immer noch einen Eigenanteil in Höhe von über 50 %. Stellen Sie sich vor, Sie benötigen mehrere Implantate => dann müssen Sie TROTZ Zusatzversicherung noch etliche Tausend Euro selbst zahlen (und genau das möchte man ja vermeiden).

Daher vertrete ich seit jeher die Auffassung, dass eine gute Zahnzusatzversicherung für Zahnersatz mindestens 50 % kassenunabhängig leisten sollte – dass ist bei den Angeboten „Verdopplung Festzuschuss“ nicht gegeben.

Die Techniker Krankenkasse kooperiert im Bereich "Zusatzversicherungen" mit der Envivas Krankenversicherung AG, einer Tochtergesellschaft der Central Krankenversicherung AG.

Aus meiner Sicht sind die Tarife der Envivas, insbesondere der Zahnzusatztarife, nicht empfehlenswert, da die Leistung für Zahnersatz mit 30, 40 oder 50 % nicht ausreichend bemessen ist. Solche Tarife sind von Haus aus nicht empfehlenswert, auch
wenn die Beiträge verlockend gering sind.

Eine fundierte Auswertung und einen aussagekräftigen Vergleich können Sie gerne bei mir anfordern. Einfach E-Mail oder PN an mich.

Gruß,

Versicherungsexperte
Versicherungsexperte
PKV Kenner
 

Beitragvon Jockel » 04.10.2011, 00:42

Hallo Sackway,

also grundsätzlich zählt die TKK zu einer der besten gesetzlichen Krankenversicherungen überhaupt. Das bedeutete früher aber nicht gleichzeitig, dass sie auch die preisgünstigste war. Inzwischen gibt es bis auf die jährlichen Nachzahlungen ja keinen Preisunterschied mehr, sondern einen Einheitssatz für die GKV. Daher führt ein Kostenvergleich zu keinem ernsthaften Ergebnis. Aber ein Leistungsvergleich mit anderen gesetzlichen Krankenversicherungen wird dir schnell deutlich machen, dass die Techniker Krankenkasse nach wie vor hervorragend abschneidet. Wenn du jetzt natürlich eine Zusatzversicherung suchst, dann solltest du ebenfalls nicht nur auf den Preis achten, sondern auch auf die Leistungen. Sollte die TKK aber Leistungen anbieten, die für dich uninteressant sind, dann kannst du dir natürlich einen günstigeren Anbieter für die Zusatzversicherung suchen. Deshalb würde ich aber auf keinen Fall auch die Krankenkasse wechseln. Du musst ja nicht zwangsweise alles bei demselben Versicherer abschließen.

Beste Grüße

Jockel
Jockel
PKV Kenner
 

 


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